Stadtarchiv Freiburg

Sie sind nicht angemeldet.

Tektonik

  • Die Tektonik ist auf Ihren Suchtreffer eingeschränkt, Sie können über das "+" den normalen Archivbaum einblenden.
    Stadtarchiv Freiburg
    A - Urkunden
    B - Handschriften, Kopialbücher, Beraine, Protokolle
    C - Akten der städtischen Hauptverwaltung
    D - Akten einzelner städtischer Ämter
    DS - Sonderakten: Andere Organisationen
    E - Rechnungen der Stadt, der Gesellschaften, Kirchen, Klöster, Stiftungen u.a.
    F - Akten der städtischen Talvogtei im Dreisamtal
    G - Akten der städtischen Grundherrschaft und Archive eingemeindeter Orte
    H - Akten staatlicher Behörden betr. Stadt Freiburg
    K - Nachlässe
    K1 - Nachlässe von Privatpersonen und Firmen
    K1/1 Peter Paul Albert
    K1/4 Karl Bender
    K1/6 Arthur Eberle
    K1/11 Fritz Geiges

    Vollansicht Bestand

    Signatur: K1/11
    Name: Fritz Geiges
    Laufzeit: 1830 - 1933
    Beschreibung: Biografische Daten:

    Kurzbiografie:

     -200Geb. 02.12.1853 in Offenburg
     Kunstschule Stuttgart
     Kunstakademie Mnchen
     1873 Mitbegrnder des Breisgau-Geschichtsvereins
     1878 Kunsterzieher und Zeichenlehrer in Freiburg
     1889 Glasmalerei-Werkstatt
     1897 Prof. e. h. (Land Baden)
     1900 Weltausstellung Paris, Goldene Medaille
     1920 Dr. phil. e. h. (Universitt Freiburg i. Br.)
     1923 Ehrenbrger, Freiburg i. Br.
     Gest. 23.06.1935 in Freiburg i. Br.


    Weitere Angaben zur Person:

     -200Religion: rk.
     1. Ehe: 1880 Mathilde, geb. Heim (1857-1894)
     2. Ehe: 1897 Maria Theresia, geb. Carlsson (1876-1955)
     Vater: Sigmund Geiges, Stadtbaumeister (1810-1898)
     Mutter: Theresia, geb. Baumann (1812-1898)
     Geschwister: 5
     Kinder: aus 1. Ehe: 2 Shne, 2 Tchter
     aus 2. Ehe: Tochter Maja

    Biografie:

    Geiges knstlerische Kraft ist vom Oberrheingebiet, Freiburg mit seinem Mnster und den gotischen Kathedralen in Frankreich und England geprgt worden und artikulierte sich in den Formen des Jugendstils. Er hat stets versucht, seine Vorstellungen von Geschichte in der Arbeit auszudrcken, indem er historische Motive whlte und historische Gebude ausschmckte. Ganz dem Historismus verpflichtet, versuchte er so zu bewahren und Geschichte wiederaufleben zu lassen. hnlich wirkte er heimatgeschichtlich als eifriger Forscher und Mitbegrnder des Breisgau-Geschichtsvereins. Ihm wurde die Forschung befruchtende Voraussetzung seiner knstlerischen Arbeit.

    Seinen vielfltigen Ttigkeiten als Kunsterzieher, Dekorationszeichner groflchiger Fassaden (u. a. Rathaus und Basler Hof in Freiburg), Maler und Bildhauer fgte er die mittelalterliche Glasmalerei hinzu. Hier entwickelte Geiges sich zu einem berregional anerkannten Spezialisten fr Glasfensterherstellung und -restaurierung und widmete sich ab 1889 in eigener Werkstatt mit zeitweise 40 Mitarbeitern fast ausschlielich dieser Kunst. Zahlreiche Werke, vorwiegend in Kirchen - u. a. in Eichsttt, Freiburg, Berlin, Konstanz, Karlsruhe, Bonn, Fritzlar, Lbeck, Tsingtau und Metz - entstanden, weil Geiges mit seinem Verstndnis von historischer Arbeit den Zeitvorstellungen entgegenkam und zugleich mit dem ntigen technischen Wissen diese Ideen ausfhren konnte. Ehrungen blieben nicht aus: Fr die Gestaltung von Glasfenstern in der Kaiser-Wilhelm-Gedchtnis-Kirche in Berlin erhielt er 1897 die Ehrenprofessur und die Fenster fr das Neue Freiburger Rathaus wurden auf der Weltausstellung in Paris mit einer Goldenen Medaille ausgezeichnet.

    Ab 1917 beschftigte sich Geiges mit der Restaurierung und Neuordnung der Freiburger Mnsterfenster und galt bald als einer der besten Mnsterkenner seiner Zeit. Dennoch war sein vielbeachtetes Vorgehen hchst umstritten, da er zwar alle Scheiben an ihre ursprnglichen Orte zurckversetzte, behutsam im Stil der Zeit ergnzte und fremde Scheiben ausschied, aber zugleich, um einen einheitlichen Eindruck zu erwecken, Ergnzungen den Originalstellen farblich anpate. Die Stadt Freiburg ernannte ihn dennoch 1923 zum Ehrenbrger. Auf dem Tag der Denkmalpflege 1925 entbrannte ein grundstzlicher Streit zwischen Geiges und den Kunsthistorikern, die ihm veraltete Restaurierungsgrundstze vorwarfen: Er betreibe keine Konservierung, sondern Restaurierung im Sinne des 19. Jahrhunderts. Trotz der Untersttzung durch das Ordinariat wurden die Fenster der Seitenschiffe nicht mehr nach Geiges Ideen umgearbeitet. Geiges widmete sich in seinen letzten Lebensjahren - wie schon in den 1870ern - wieder verstrkt seinen Heimatforschungen, insbesondere zur Freiburger Stadt(bau)geschichte, in der er seine Arbeitsweise rechtfertigte. Auch wenn die langjhrigen Auseinandersetzungen um die Restaurierung der Glasfenster im Freiburger Mnster, die in ganz Deutschland Widerhall fanden, Geiges Ruf zeitweise beeintrchtigt haben, mssen ihm hchste Verdienste um die Wiederbelebung der Glasmalerei zuerkannt werden. Er zhlt zu den hervorragenden Knstlern des Historismus am Oberrhein. Verbunden mit einem Raum, in dessen historischen Geist er knstlerisch und forschend eindringen wollte, der Urgrund und Ziel seines Wirkens war, ragt er aus der Bltezeit der Gotik in unsere Zeit hinein (E. Busse 1937).

    Alle biografischen Informationen aus: Clemens Rehm in: Badische Biographien, Neue Folge, Band 3. Stuttgart 1990, S. 98 f

    Verweise und Literatur:

     -200Dem Andenken an Professor Dr. h. c. Fritz Geiges, In: Schau-ins-Land 63, 1936 (s. Stadtarchiv: Dwe 2188a)
     Fritz Geiges - Vier Beispiele zur Dekorationsmalerei und Glasmalerei im Freiburger Raum / von Ruthild Hopfer, 1981, (s. Stadtarchiv Dwe 2188b)
     Verzeichnis der auf der Deutschen Glasmalerei-Ausstellung in Karlsruhe i. B. 1901 ausgestellten Arbeiten / Atelier Prof. Fritz Geiges, Freiburg Br., Freiburg 1901 (s. Stadtarchiv: Dwe 2188c)
     Adolf J. Schmid: Vor 50 Jahren starb der Freiburger Ehrenbrger Prof. Dr.h.c. Fritz Geiges (2. Dezember 1853-23. Juni 1935), In: Schau-ins-Land 104, 1985, S. 291-304
     Peter Kalchthaler: Knstler und Lokalhistoriker. In: Die Wiehre, Ein Almanach. Kehrer, Freiburg 1999.
     Jutta Dresch: Geiges, Fritz. In: Allgemeines Knstlerlexikon. Die Bildenden Knstler aller Zeiten und Vlker (AKL). Band 51, Saur, Mnchen u. a. 2006
     Eintrag in Leo-BW: https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/119022206/Geiges+Fritz+Alois+Sigmund+Friedrich

    Bearbeitungsbericht 1984 [ursprngliche Findbucheinleitung]:

    Der Nachlass des ber Freiburg hinaus bekannten Freiburger Dekorations-, Glas- und Kunstmalers sowie Restaurators Fritz Geiges ist unter verschiedenen Archiven und Museen aufgeteilt. Einiges Material befindet sich auch noch im Familienbesitz (vgl. Ruthild Hopfer, Fritz Geiges - Vier Beispiele zur Dekorationsmalerei und Glasmalerei im Freiburger Raum, Magisterarbeit, Freiburg 1981).
    Die Unterlagen, die vorwiegend die knstlerische Arbeit betreffen, und nachgelassene Werke befinden sich beim Freiburger Augustinermuseum und beim Mainfrnkischen Museum in Wrzburg.
    Der Nachlass K1/11 Geiges im Stadtarchiv Freiburg fllt 6-7 Regalmeter. Er umfasst sowohl Skizzenbcher als auch schriftlichen Material, das sich aus der von Geigen betriebenen Beschftigung mit stadt- und baugeschichtlichen Themen ergeben hat. Geiges war fhrendes Mitglied im Breisgau-Verein- Schau-ins-Land, in dessen Zeitschrift er wiederholt publizierte.

    Freiburg, den 23.5.1984 - Hans Schadek

    Bearbeitungsbericht 2023:

    Der Nachlass wurde im Juni 2023 durch Stadtarchivoberinspektor Dominique Maurice Frings in ACTApro retrokonvertiert. Die ursprngliche Findbucheinleitung wurde um den Lebenslauf von Fritz Geiges ergnzt.

    Die ursprngliche Findbucheinleitung von 1984 sollte weitestgehend bernommen werden. Darin wurden jedoch Nutzer_innen ber einen ungeordneten und unverzeichneten Bestand informiert. Der Bestand selbst wurde in einem unbekannten Zeitraum nach 1984 erschlossen, hierzu findet sich jedoch keine Dokumentation. Da der Bestand zum Zeitpunkt der Retrokonversion erschlossen war, wurde diese Anmerkung in der ursprnglichen Findbucheinleitung entfernt.

    Zudem wurde im Findbuch auf die Signaturen Dwe 2246 - 2248 in der Bibliothek des Stadtarchives verwiesen. Diese Verweise stimmten im Jahr 2023 jedoch nicht mehr mit den zu diesem Zeitpunkt gltigen Signaturen berein. Die alten Verweise wurden deshalb aus der ursprnglichen Einleitung entfernt. Die Bcher wurden mit der heutigen Signatur im Literaturapparat aufgefhrt.

    Freiburg, den 26.06.2023
    Dominique Maurice Frings


    Umfang: 24 Archivkartons, 9 Überformate
    K1/19 Theodor Längin
    K1/21 Ernst Ludwig Marbe
    K1/25 Karl von Rotteck
    K1/37 Adolf Poinsignon
    K1/40 Ferdinand Heisler
    K1/44 Joseph Schlippe
    K1/49 Günther Sacksofsky
    K1/58 Dr. Werner Trautz
    K1/62 Philomene Steiger
    K1/83 Max Mayer
    K1/105 Anton Fendrich
    K1/113 Karl Hauser
    K1/124 Johann Michael Scheffelt
    K1/131 Gertraude Ils
    K1/132 Albrecht Schlageter
    K1/2 Camille von Althaus
    K1/138 Geschwister Liefmann
    K1/139 Werner-Blust
    K1/143 Paul Tritscheller
    K1/3 Josef Bader
    K1/160 Joseph Wilhelm sen. Bruder und Joseph Wilhelm jun. Bruder
    K1/166 Nachlass Walter Moßmann
    K1/167 Familien Brenneisen / Schuster
    K1/168 Familiennachlass Knecht
    K1/169 Nikolaus Glanzner
    K1/170 Dr. Richard Kuenzer
    K1/171 Gasthaus 'Zum Roten Bären'
    K1/172 Familie Zimmermann
    K1/5 Eugen von Chrismar
    K1/7 Julius von Eisengrein (nicht mehr belegt)
    K1/8 Josef Fehrenbach
    K1/9 Hermann Flamm
    K1/10 Heinrich Gassert
    K1/12 Emil Gött
    K1/13 Johann Georg Duttlinger
    K1/14 Friedrich Hefele
    K1/15 Cajetan Jäger
    K1/16 Maximilian Kollofrath
    K1/17 Heinrich Kötting
    K1/18 Ernst Kürz
    K1/20 Max Langensiepen
    K1/22 Hermann Mayer
    K1/23 Heinrich Müller
    K1/24 Friedrich Noack
    K1/26 Josef Schleer
    K1/27 Heinrich Schreiber
    K2 - Nachlässe von Vereinen und Verbänden
    L - Deposita (hinterlegte Bestände)
    M- Sammlungen
    N - Akten der öffentlichen Schulen in Freiburg